Warum Supervision?

Wer mit Menschen arbeitet, steht täglich in Beziehung – zu Klient*innen, Kolleg*innen, Institutionen und sich selbst. Supervision bietet einen geschützten Raum auf der Metaebene, um diese Beziehungen zu reflektieren, eigene Muster zu erkennen und Handlungsspielräume zu erweitern. 

Supervisionsergebnisse sind erfahrungsgemäß ein gesteigertes Wahrnehmungs- und Reflexionsvermögen, Empowerment durch Hilfe zur Selbsthilfe, Resilienz sowie Handlungsfähigkeit im anspruchsvollen Arbeitskontext ihrer Mitarbeiter*innen und Kolleg*innen.

Was ist systemische Supervision?

Eine lösungsorientierte Beratungsform für Personen und Institutionen, die professionelle Zusammenhänge thematisiert,

 

ein institutionalisierter Perspektivenwechsel bei der Betrachtung von Interaktionsprozessen im Berufsleben,

 

eine Reflexionshilfe für das Berufsleben, die eigene Ressourcen aktiviert und spielerisch Lösungen ermöglicht,

 

eine ressourcenorientierte Sichtweise, die den beruflichen Kontext mit einbezieht und Wahlmöglichkeiten eröffnet,

 

eine Hilfe zur Selbsthilfe, die Neugier weckt und zum Ziel hat, die professionellen Handlungsmöglichkeiten zu erweitern (Ebbecke-Nohlen, Einführung in die systemische Supervision, 2022, Carl-Auer)

 

 

...und findet in verschiedenen Settings statt:

  • Teamsupervision
  • Einzelsupervision
  • Leitungssupervision
  • Fallsupervision

Mein Supervisionsangebot

Ich biete systemische Supervision für Einzelpersonen, Teams, Leitungen und Träger in sozialen, pädagogischen und psychosozialen Arbeitsfeldern – mit besonderem Fokus auf Kitas sowie Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Methodische Grundlage:

  • Systemische Gesprächsführung & Musterreflexion
  • Genogramm- und Skulpturarbeit
  • Inneres Team (Schulz von Thun), Modell des Systems der Inneren Familie (Schwartz)
  • Hypnosystemische Ansätze (Schmidt)
  • Lösungsorientierte Fragen & kreative Visualisierungen

Schwerpunkte:

  • Rollen- und Leitungsfragen (Klarheit, Verantwortung, Kommunikation)
  • Teamentwicklung (Zusammenarbeit, Konfliktbearbeitung, gemeinsame Ziele)
  • Fallreflexion (Handlungsoptionen erweitern, professionelle Distanz wahren)
  • Selbstfürsorge & Resilienz (Überlastung vorbeugen, Balance finden)
  • Qualitätssicherung (BBP, QVTAG/RVTAG)
  • Interkulturelle Kontexte in der Kinder- und Jugendhilfe (Vielfalt, Mehrsprachigkeit, internationale Geschichte)

Ziel: Mehr Klarheit, Handlungssicherheit und Freude an der eigenen Arbeit.

Supervisionsprotokolle 
Beispiele aus dem Kita-Alltag

Hinweis: Alle dargestellten Szenarien, Personen und Einrichtungen sind frei erfunden und dienen ausschließlich der Veranschaulichung.

1. Einzelsupervision – Thema: Schwierige Elterngespräche


Teilnehmende: Pädagogische Fachkraft
Setting: Einzelsupervision
Dauer: 60 Minuten
Anlass / Anliegen: Gefühl von innerer Zerrissenheit zwischen Fürsorge und Grenzsetzung im Umgang mit einem Kind mit auffälligem Verhalten
Datum: 21.02.2025

Anliegen des*der Supervisand*in:

Die Fachkraft beschreibt starke emotionale Verwicklungen in der Beziehung zu einem Kind, das häufig aggressiv reagiert. Er*sie fühlt sich als einzige*r im Team dafür zuständig, das Kind "aufzufangen", empfindet aber gleichzeitig Überforderung und inneren Rückzug.

Beobachtungen aus der Sitzung:

  • Ambivalenz zwischen pädagogischem Anspruch und Selbstfürsorge
  • Die Fachkraft wirkt empathisch, gleichzeitig aber zunehmend erschöpft
  • Biografische Themen („Ich erkenne in dem Kind manchmal mich selbst wieder“) tauchen auf

Interventionen / Methoden:

  • Time-Line zur Verortung ähnlicher Herausforderungen im beruflichen Werdegang
  • Symbolkarten zur Visualisierung innerer Konflikte
  • Einführung in die Arbeit mit dem Inneren Team nach Schulz von Thun

Vereinbarte nächste Schritte:

  • Austausch mit Kolleg*innen suchen, um Rollenerwartungen zu klären
  • Konkrete Grenzen im Tagesablauf reflektieren und umsetzbare Entlastungsrituale einführen
  • Ressourcen aktivieren (z. B. Fallbesprechung, Elterngespräch vorbereiten)

 

 

2. Leitungssupervision – Thema: Zwischen Träger und Team


Teilnehmende: Kitaleitung 
Setting: Leitungssupervision
Dauer: 90 Minuten
Anlass / Anliegen: Umgang mit Spannungen im Team, insbesondere zu zwei Fachkräften mit häufiger Kritik an der Leitung
Datum: 11.03.2025

Anliegen des*der Supervisand*in:

Die Kitaleitung fühlt sich zunehmend erschöpft durch die anhaltenden Spannungen im Team. Zwei Mitarbeitende äußern regelmäßig Unzufriedenheit, werfen der Leitung mangelnde Transparenz und ein autoritäres Führungsverhalten vor. Die Leitung beschreibt ihre Situation als "zwischen allen Stühlen" – mit hoher Verantwortung und wenig Entlastung.

Beobachtungen aus der Sitzung:

  • Der*die Supervisand*in zeigt hohe Selbstreflexionsfähigkeit, aber auch starke emotionale Belastung.
  • Die Beziehung zur Trägervertretung ist angespannt, was die Rückendeckung erschwert.
  • Es zeigt sich ein Bedürfnis nach mehr Klarheit in der Führungsrolle und nach selbstbewussterer Kommunikation.

Interventionen / Methoden:

  • Visualisierung des Teams aus Leitungsperspektive, Beschreibung "des" Ist-Zustands und eines Soll-Zustands
  • Ressourcenorientierte Suche nach weiteren (nützlichen) Beschreibungen, Erklärungen und Bewertungen "des" Ist-Zustands - z.B. Reframing der Kritik als Ausdruck von Teamloyalität und Glaube an Entwicklungspotenzial

Vereinbarte nächste Schritte:

  • Vorbereitung einer Teamsitzung mit klärender Meta-Kommunikation
  • Formulierung eines klareren Führungsverständnisses für sich selbst
  • Rückmeldung an den Träger einholen und ein Unterstützungsangebot anfordern

 

 

3. Teamsupervision – Thema: Auseinanderdriftendes Team


Teilnehmende: 7 pädagogische Fachkräfte einer altersgemischten Gruppe
Setting: Teamsupervision
Dauer: 120 Minuten
Anlass / Anliegen: Häufige Missverständnisse und unausgesprochene Spannungen im Alltag
Datum: 05.03.2025

Anliegen des Teams:

Im Team herrscht der Eindruck, „aneinander vorbeizuarbeiten“. Einige Kolleg*innen fühlen sich nicht gehört, andere empfinden ständiges Überkritisieren. Besonders bei Übergaben und Tagesrückblicken kommt es zu Reibungen. Die Leitung hat angeregt, externe Supervision zur Klärung hinzuzuziehen.

Beobachtungen aus der Sitzung:

  • Hohe Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit Teamdynamiken
  • Unterschiede in Kommunikationsstilen und Selbstverständnis werden deutlich
  • Zwei Personen sind deutlich dominanter im Gesprächsverhalten

Interventionen / Methoden:

  • Auftragsklärung mit allen Beteiligten zu Beginn („Was wünschen Sie sich heute von dieser Sitzung?“)
  • Arbeit mit dem „Teambrett“: Positionierungen im Raum zu zentralen Fragen („Wie sicher fühle ich mich im Team?“)
  • Systemische Fragen zur gemeinsamen Teamidentität: „Was würde ein Kind in Ihrer Gruppe über Ihr Team sagen?“

Vereinbarte nächste Schritte:

  • Entwicklung gemeinsamer Kommunikationsregeln für Teamsitzungen
  • Einrichtung eines festen Rückmelderituals pro Woche
  • Vorbereitung einer nächsten Sitzung zur Rolle von Verantwortung und Aufgabenverteilung

 

 

4. Fallsupervision – Thema: Sorge um ein Kind

Supervisionsart: Fallsupervision
Teilnehmende: Drei Fachkräfte, die gemeinsam ein Kind mit herausforderndem Verhalten betreuen
Setting: Kleingruppe
Dauer: 75 Minuten
Anlass / Anliegen: Umgang mit einem Kind mit komplexer Familiensituation und häufigen Impulsdurchbrüchen
Datum: 26.02.2025

Anliegen der Fachkräfte:

Die Mitarbeitenden sind verunsichert im Umgang mit einem Kind, das sehr impulsiv reagiert, häufig Grenzen überschreitet und sich gleichzeitig sehr verletzlich zeigt. Die Situation zu Hause scheint instabil, genaue Informationen fehlen. Die Fachkräfte erleben Widersprüche zwischen Nähe und Abgrenzung.

Beobachtungen aus der Sitzung:

  • Das Kind „spiegelt“ offenbar strukturelle Spannungen im Gruppengeschehen
  • Unterschiedliche pädagogische Grundhaltungen der Mitarbeitenden
  • Wunsch nach mehr Handlungssicherheit und fachlichem Austausch

Interventionen / Methoden:

  • Systemisches Reflecting Team (zwei Fachkräfte erzählen, die andere hört zu und reflektiert)
  • Hypothetische Fragen zur systemischen Einordnung der Familiendynamik
  • Externalisierung: „Wenn das Verhalten des Kindes eine Botschaft wäre – was würde es sagen?“

Vereinbarte nächste Schritte:

  • Gemeinsames Elterngespräch vorbereiten (mit Unterstützung der Leitung)
  • Fallbesprechung im Gesamtteam anregen
  • Austausch mit Inklusionsfachkraft oder Kita-Sozialarbeit prüfen

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